Schulung von Zulieferern

Better Work

Das Programm

„Better Work“ (BW) ist ein globales Programm, eine einzigartige Partnerschaft zwischen der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) und der International Finance Corporation (IFC). Dieses Programm vereint den Erfahrungsschatz der IAO in Bezug auf Beschäftigungsstandards mit den Kenntnissen der IFC bei der Entwicklung der Privatwirtschaft. Das im Februar 2007 angelaufene Programm zielt auf die Verbesserung der Einhaltung von Beschäftigungsstandards und der Wettbewerbsfähigkeit innerhalb globaler Beschaffungsketten ab. BW umfasst sowohl die Entwicklung global anwendbarer Instrumente als auch die Durchführung von Projekten auf Landesebene. Dabei liegt der Schwerpunkt auf skalierbaren und nachhaltigen Lösungen, die eine Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen sowie internationalen Einkäufern herstellen.

Die Zusammenarbeit des adidas Konzerns mit ,,Better Work"

Der adidas Konzern engagiert sich im BW-Programm seit der Einführung von „Better Factory Cambodia“ (BFC), dem Vorgänger von BW in Asien. Das BFC-Projekt entstand aus einem Handelsabkommen zwischen den USA und Kambodscha. Im Rahmen der Vereinbarung versprachen die USA Kambodscha einen besseren Zugang zu den US-amerikanischen Märkten im Austausch für verbesserte Arbeitsbedingungen im Bekleidungssektor. Das IAO-Projekt wurde 2001 ins Leben gerufen, um den Sektor bei der Umsetzung und Aufrechterhaltung dieser Verbesserungen zu unterstützen.

Seit Beginn des Programms werden alle Bekleidungsfabriken des adidas Konzerns in Kambodscha regelmäßig von „Better Work“ kontrolliert. „Better Work“ verfügt über eigene Schulungs- und Kompetenzbildungsprogramme zur Unterstützung von Fabrikarbeitern und Führungskräften. Die Schulungsthemen reichen von grundlegenden IAO-Beschäftigungsstandards und Arbeitnehmerrechten bis hin zu Personalmanagement, Kompetenzen für das untere und mittlere Management sowie Arbeitsschutz. Die Schulungsprogramme sind recht erfolgreich. Besonders beliebt bei den Zulieferern sind die Schulungen zum Kompetenzaufbau für das untere und mittlere Management. Ein Video dazu finden Sie auf YouTube.

Offene Fragen in Kambodscha

BFC verzeichnete große Erfolge bei der Werbung für Kambodscha als verantwortungsbewusstes Beschaffungsland. Allerdings ist der Einkauf in Kambodscha nicht frei von Herausforderungen. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Gewerkschaften innerhalb des Bekleidungssektors sprunghaft an. Zahlreiche kleinere Verbände warben um die Aufmerksamkeit derselben Arbeitnehmer und desselben Managements. Aufgrund eines unzureichenden nationalen Registrierungssystems waren viele der neu gegründeten Gewerkschaften schlecht organisiert und ihre Arbeit war nicht immer transparent. Im Jahr 2010 kam es zu einer Reihe größerer Streiks, die durch die Forderung der Gewerkschaften nach höheren Mindestlöhnen in Kambodscha ausgelöst wurden. BFC spielte eine wichtige Rolle bei der Information der Markenunternehmen über die Haltung der Regierung und die neuesten Fortschritte der Verhandlungen. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte unserem Dialog mit Stakeholdern.

Zögerliche Akzeptanz in Vietnam

Im Juni 2009 startete „Better Work“ sein Programm in Vietnam, bei dem Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem BFC-Projekt übertragen werden sollten. Wir unterstützten BW Vietnam, stießen jedoch auf verschiedene Herausforderungen beim Versuch, die Beteiligung unserer Zulieferer sicherzustellen:

  • BW Vietnam ist ein freiwilliges Programm im Gegensatz zur staatlich angeordneten Vereinbarung in Kambodscha
  • „Better Work“ Vietnam ist auf den Bekleidungssektor begrenzt, wohingegen in Kambodscha auch unsere Schuh- und Zubehörhersteller am Projekt teilnehmen konnten.
  • Der vielleicht wichtigste Aspekt ist, dass die von unserem internen SEA-Team durchgeführten Kontrollen kostenlos vorgenommen werden, für die Überwachung im Rahmen von „Better Work“ wird eine Gebühr berechnet.

Infolge dessen traten bis Ende 2010 nur vier Zulieferer des adidas Konzerns dem BW-Programm in Vietnam bei. Wir hoffen, dass sich 2011 weitere Hersteller für die geplanten Schulungen zum Kompetenzaufbau von „Better Work“ anmelden werden.

Nächste Schritte

Im November 2010 gründete der adidas Konzern gemeinsam mit H&M und anderen multinationalen Unternehmen eine Arbeitsgruppe, um das Engagement der Einkäufer zu stärken und die Umsetzung von „Better Work“ in Vietnam und anderen ausgewählten Ländern in der Region, wie Bangladesch und Indonesien, zu unterstützen. Die Aktivitäten der Arbeitsgruppe fließen in einen Branchenausschuss ein, der von der IAO und der IFC ins Leben gerufen wurde.

Wir erwägen die Anmeldung von Produktionsstätten in Haiti, Nicaragua und Jordanien zur exklusiven Abdeckung durch das „Better Work“-Programm.

Nähere Informationen über „Better Work“

Frau Vu Thi Hoang Yen, Production Manager bei Vinh Hung Co. Ltd., Vietnam:

„Ich muss sagen, das war die beste Schulung, an der ich jemals teilgenommen habe. Sie war hilfreich und relevant für meine Position als Aufseherin in den Fertigungslinien. Die neuen Kenntnisse aus dieser Schulung sind sowohl für mich als auch für meine Kollegen im Unternehmen von Nutzen.“

Herr Kim Young Woo, Hansoll Vina, Vietnam/Kambodscha:

„Die Hansoll-Fabriken in Kambodscha beteiligten sich im Einklang mit der Politik der kambodschanischen Regierung bereits seit einigen Jahren am Programm ‚Better Factories Cambodia‘. Deshalb sind wir auch am Programm ‚Better Work Vietnam‘ (BWV) interessiert. Nach dem Erfolg von BFC in Kambodscha startete das BWV-Programm in Vietnam. Wir schlossen uns nach der durch adidas und andere Markenunternehmen geleisteten Überzeugungsarbeit ebenfalls an. Der Vorteil für die Hansoll-Fabriken liegt darin, dass die Markenunternehmen nun IAO-Audit-Berichte als Ersatz für ihre eigenen Audits anerkennen.“

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Daher ist bei dem diesjährigen Bericht auf jeder Seite erkennbar, welche Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) wir adressieren und inwieweit wir den GRI-Index erfüllen.