Strategische Entwicklungen

Austausch von Informationen zur Standardeinhaltung

Selcuk Buyukozer, SEA Programme Operations Manager in der Region Amerika

Im Folgenden erörtert Selcuk Buyukozer, SEA Programme Operations Manager in der Region Amerika, den Austausch von Informationen zur Standardeinhaltung und die Kooperation mit anderen Markenunternehmen.

F: Wie verwalten Sie die Daten zur Standardeinhaltung Ihrer Beschaffungskette?

A: Wir nutzen seit 2006 das Fair Factories Clearinghouse (FFC) als Datenbank für die Verwaltung aller wichtigen Informationen zur Standardeinhaltung. Alle Produktionsbetriebe werden von unserer Beschaffungsorganisation in dieses System eingetragen und entweder von unserem eigenen SEA-Team oder einem zugelassenen externen Prüfunternehmen kontrolliert. Alle daraus resultierenden Audit-Berichte werden im FFC archiviert.

F: Wie und mit wem tauschen Sie Daten und Berichte zur Standardeinhaltung aus?

A: Im Jahr 2008 wurde das FFC durch eine neue Funktion erweitert, die es den Mitgliedsunternehmen ermöglicht, Informationen zu Audit-Berichten, Korrekturmaßnahmenplänen und anderen relevanten Dokumenten eines Betriebs auszutauschen. Neben dem adidas Konzern nutzen auch große US-amerikanische Einzelhändler und Markenunternehmen wie Wal-Mart, Nike, Levi's und Timberland das FFC zum Austausch von Informationen. Wir begannen im November 2008 mit dem Austausch von Audit-Informationen und haben diesen seitdem mit allen anderen FFC-Mitgliedern fortgesetzt.

F: Welche Vorteile bietet dieser Datenaustausch mit anderen Unternehmen?

A: Die wichtigsten Vorteile liegen darin, dass die Zulieferer von den FFC-Mitgliedsunternehmen einheitlichere Informationen zum Verhaltenskodex erhalten und weniger Audits erforderlich sind. Dies spart Ressourcen bei den Unternehmen und auch bei den Zulieferern.

F: Gibt es auch Informationen, die nicht ausgetauscht werden?

A: Ja. Nicht ausgetauscht werden:

  • Informationen über die Namen der Arbeitnehmer und sonstige vertrauliche Informationen, die sich für die Beschäftigten nachteilig auswirken können
  • Preise und Sanktionen, Produktionsmengen, Absatzprognosen
  • Betriebsbewertungen und Informationen zum Zulieferstatus
  • Alle sonstigen Wettbewerbsinformationen.

F: Was bedeutet diese Art der Kooperation für Sie?

A: Für den Bereich der Standardeinhaltung kann ich Kooperation als partnerschaftliche Aktivitäten zwischen den Markenunternehmen definieren, um die Arbeitsplatzbedingungen in gemeinsam genutzten Betrieben zu verbessern. Eine Kooperation ist in zahlreichen verschiedenen Bereichen möglich, wie beispielsweise beim Austausch von Audit-Berichten, bei der Durchführung gemeinsamer Audits oder bei der Zusammenarbeit an Maßnahmen zum Kompetenzaufbau oder zur Behebung von Missständen in den Betrieben.

F: Mit welchen tatsächlichen Aktivitäten fördert der adidas Konzern diese Kooperation?

A: Wir sind der Ansicht, dass Kooperation mehr ist als nur der bloße Austausch von Audit-Informationen. Wir ziehen es vor, gemeinsame Korrekturmaßnahmenpläne für einen Herstellerbetrieb in Zusammenarbeit mit den anderen Markenunternehmen und dem Betrieb zu entwickeln. FFC bietet dafür eine überaus effektive Struktur. Unter Mitwirkung des Betriebs können die Korrekturmaßnahmenpläne unterschiedlicher Markenunternehmen im FFC kombiniert und so ein gemeinsamer Maßnahmenplan erarbeitet werden.

F: Worin liegen die Vorteile eines harmonisierten Korrekturmaßnahmenplans?

A: Zunächst einmal müssen die Betriebe nicht mehr auf verschiedene Korrekturmaßnahmenpläne reagieren. Indem sie ihre Korrekturmaßnahmen mithilfe eines vereinheitlichten Plans umsetzen, können die Betriebe die entsprechenden Anforderungen aller Markenunternehmen erfüllen.

In Zukunft könnten die Markenunternehmen wahlweise auch nacheinander Audits durchführen und den harmonisierten Korrekturmaßnahmenplan aktualisieren. Somit könnten ebenfalls mehrere Audits und entsprechende Abverfolgungsmaßnahmen vermieden werden, die im gleichen Zeitraum durchgeführt werden und ähnliche Probleme aufdecken.

Eine Kooperation ist zudem auch für die Markenunternehmen äußerst vorteilhaft, da wir so unsere Ressourcen effizienter einsetzen können.

F: Was können Sie uns noch zum Thema Kooperation und Austausch von Daten zur Standardeinhaltung erzählen?

A: Zusätzlich zu den Audits bewerten wir die Standardeinhaltung der Lieferanten mithilfe eines Leistungsindikators. Aus der Messung des Leistungsindikators erhält der Betrieb eine Bewertung auf einer Skala von 100%. Fabriken mit einer Bewertung von 80% oder mehr werden über unser neues Modell zur Eigenverantwortung verwaltet (Lesen Sie mehr dazu im Kapitel „Strategische Entwicklungen“).

Diese Betriebe haben bereits Managementsysteme für Personal sowie Arbeitsschutz eingerichtet und verfügen über interne Audit-Programme. Deshalb haben wir beschlossen, diese Betriebe nicht weiter zu prüfen, sondern uns stattdessen auf die Bewertung und Optimierung ihrer Leistung im eigenverantwortlichen Umgang mit der Standardeinhaltung zu konzentrieren. Somit werden Kapazitäten unseres Teams freigesetzt, um sich auf Betriebe mit einer Bewertung von weniger als 30% zu konzentrieren.

Wir sind außerdem bereit, mit Organisationen zusammenzuarbeiten, die über zuverlässige Programme zur Standardeinhaltung verfügen, wie zum Beispiel die Fair Labor Association oder Multi-Stakeholder-Programme wie Better Work.

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