Unsere Beschaffungskette

Der adidas Konzern hat einen Großteil seiner Produktion ausgelagert. Wir arbeiten weltweit mit mehr als 1.200 unabhängigen Zulieferern zusammen, die unsere Produkte in 69 Ländern herstellen. Eine Vielzahl von ihnen befindet sich in den folgenden fünf Ländern: China, Indien, Indonesien, Thailand und Vietnam.

Unsere Beschaffungskette hat nicht nur globale Reichweite, sondern setzt sich auch aus mehreren Ebenen zusammen. Wir arbeiten mit unterschiedlichen Geschäftspartnern, wobei wir mit einigen direkte Geschäftsbeziehungen eingehen, mit anderen hingegen nicht.

Im Jahr 2010 waren die fünf Spitzenländer pro Region im Hinblick auf die Anzahl der Produktionsstätten:

  • Amerika: USA, Brasilien, Kanada, Mexiko und Argentinien
  • Asien: China, Indien, Indonesien, Vietnam und Japan
  • EMEA: Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien und Südafrika/Türkei

Wie effektiv wir hinsichtlich der Einhaltung unserer Standards auf unsere Zulieferer einwirken können, hängt von der Intensität unserer Partnerschaft ab und ist oft proportional zu Umfang und Regelmäßigkeit der erteilten Aufträge.

Zulieferbetriebe nach Region im Jahr 2010

Zulieferbetriebe nach Region im Jahr 2010

Verschiedene Beschaffungsbeziehungen

Direktes Beschaffungsmodell

Wir unterhalten direkte vertragliche Geschäftsbeziehungen zu unseren Hauptzulieferern, die von unserer Beschaffungsorganisation Global Operations zentral überwacht werden. Global Operations ist eine Konzernfunktion, verantwortlich für Produktentwicklung, Vermarktung und Vertrieb sowie für die Überwachung der Herstellung von Bekleidung, Schuhen und Zubehör für die Marken adidas, Reebok und TaylorMade-adidas Golf. Darüber hinaus ist sie für die Optimierung der Beschaffungskette verantwortlich.

Diese Lieferanten sind für den überwiegenden Anteil des gesamten Beschaffungsvolumens des Konzerns verantwortlich (ca. 75%) und können als unsere „direkte Beschaffungskette“ bezeichnet werden. Weitere Bereiche unseres Unternehmens schließen direkte Beschaffungsvereinbarungen außerhalb der zentralen Kontrolle von Global Operations ab. Dazu zählen die Rockport Schuhkollektion, CCM Hockey Eishockeyschläger und TaylorMade Golfschläger.

Indirektes Beschaffungsmodell

Der verbleibende Anteil unserer Produkte wird über Agenten bezogen oder unter Lizenz hergestellt. Agenten platzieren ihre Aufträge bei ihren bevorzugten Lieferanten, wohingegen Lizenznehmer entweder direkt bei den Zulieferern bestellen oder zwischengeschaltete Agenten einsetzen.

Unsere indirekte Beschaffungskette ergänzt unsere direkte Beschaffung, indem sie spezifische Anforderungen erfüllt, die von Global Operations nicht abgedeckt werden können.

Produktion für lokale Märkte

Die Tochtergesellschaften des adidas Konzerns haben, um kurzfristige Absatzmöglichkeiten auf ihren lokalen Märkten schnell ergreifen, die Anforderungen eines Nischenmarkts erfüllen oder in einigen Fällen auf bestimmte Handelsbestimmungen reagieren zu können, auch die Möglichkeit, bei lokalen Zulieferern einzukaufen, die nicht von Global Operations überwacht werden. Dazu ist jedoch eine entsprechende Genehmigung erforderlich. Solche lokalen Einkäufe machen jedoch nur einen geringen Teil unseres gesamten Beschaffungsvolumens aus.

Die verschiedenen Beschaffungsbeziehungen werden über das Fair Factories Clearinghouse (FFC), das primäre System des adidas Konzerns zur Datenverwaltung in Bezug auf Arbeitsplatz- und Umweltstandards in der Zulieferkette, erfasst und nachverfolgt.

Lesen Sie mehr über unsere Arbeit mit dem FFC.

Der adidas Konzern ist eines der wenigen Unternehmen der Branche, das die Liste seiner weltweiten Zulieferer vollständig auf seiner Internetseite veröffentlicht hat. Diese Liste wird zweimal jährlich aktualisiert und ist hier zu finden.

Kategorien von Zulieferern

Allgemein lassen sich unsere Zulieferer in fünf Kategorien einteilen:

  • Hauptzulieferer
  • Subunternehmer
  • Rohstofflieferanten und Dienstleister
  • Lizenznehmer
  • Agenten.

Hauptzulieferer

Zulieferer mit einer direkten vertraglichen Geschäftsbeziehung zum adidas Konzern, die Produkte für den Export oder den lokalen Markt herstellen. Wir bezeichnen sie als Lieferanten der „Stufe 1“. Die größten dieser Zulieferer verfügen über mehrere Fabriken und Produktionsstandorte in verschiedenen Ländern.

Subunternehmer

Dies sind von unseren Zulieferern beauftragte Herstellerbetriebe, die keine direkte vertragliche Geschäftsbeziehung mit dem adidas Konzern haben. Trotzdem verlangen wir von ihnen, dass sie unsere „Workplace Standards“ einhalten, ehe wir sie als Subunternehmer genehmigen.

Rohstofflieferanten und Dienstleister

Zulieferer, die unter Umständen keine direkte Geschäftsbeziehung zum adidas Konzern haben, von denen unsere Hauptzulieferer jedoch Waren und Dienstleistungen beziehen. Innerhalb dieser Kategorie gibt es nominierte Material- und Rohstofflieferanten, mit denen wir gemeinsam spezielle Stoffe und Komponenten entwickeln.

Lizenznehmer

Drittunternehmen, die Produkte unter Lizenz des adidas Konzerns entwerfen, herstellen und vertreiben. Im Jahr 2010 arbeiteten wir mit 45 Lizenznehmern zusammen, deren Zulieferer Produkte in 307 Betrieben in 45 Ländern herstellten.

Agenten

Unabhängige Unternehmen, die als Zwischenhändler agieren. Sie bestimmen, wo Produkte hergestellt werden, kümmern sich um die Herstellungsprozesse und verkaufen die fertigen Produkte an den Konzern.

Überblick über das Zulieferernetzwerk

Überblick über das Zulieferernetzwerk vergrößern

Wichtige Trends 2010 in unserer Beschaffungskette

Als Reaktion auf die weltweite Wirtschaftskrise 2009 reduzierten viele Zulieferer ihre Produktionskapazitäten und gerieten dann unter enormem Druck, als die Nachfrage nach Sportschuhen und Sportbekleidung 2010 beträchtlich anstieg. Daraus ergaben sich erhebliche Produktionsspitzen in vielen unserer Zulieferbetriebe und damit verbundene Arbeitszeitprobleme. Die zusätzlich geleisteten Arbeitsstunden führten durch Überstundenzuschläge jedoch auch zu einem Verdienstanstieg der Beschäftigten.

Wir können mehrere wichtige Entwicklungen in unserer Beschaffungskette feststellen, die sich direkt auf unser Sozial- und Umweltprogramm auswirken:

  • Zunahme des Geschäfts mit unseren strategischen Zulieferern, die für den internationalen Exportmarkt produzieren. Diese Hersteller investierten in zusätzliche Produktionskapazitäten und betreiben Produktionsstätten in verschiedenen Ländern.
  • Anstieg des Lizenznehmer- und Agentengeschäfts, da der adidas Konzern neue Geschäftssegmente und Produktreihen entwickelt.
  • Anstieg der Sportschuhproduktion außerhalb von China infolge von Handelsbeschränkungen. Es wurden neue Betriebskapazitäten in den stark gewerkschaftlich organisierten Ländern Indonesien und Kambodscha aufgebaut.
  • Die Umsiedlung von Zulieferern aus Südchina und den Küstenregionen in inländische Provinzen setzt sich fort, da Geschäftspartner nach Möglichkeiten suchen, die fixen Betriebskosten zu senken und neue Arbeitskräften anzuwerben.
  • Aufgrund der wachsenden Bedenken der Stakeholder über primäre Rohstoffquellen, einschließlich der Baumwollproduktion, steigt die Nachfrage nach mehr Transparenz innerhalb der Beschaffungskette und Verbesserungen bei der Rohstoffnachverfolgung.
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Leistung zählt, und wir möchten dem Leser mit unserer Berichterstattung unsere Leistung erläutern.

Daher ist bei dem diesjährigen Bericht auf jeder Seite erkennbar, welche Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) wir adressieren und inwieweit wir den GRI-Index erfüllen.