Standardeinhaltung

Durchsetzung der Standards

Wir verfügen über Richtlinien, die unsere Prinzipien zur Durchsetzung der „Workplace Standards“ sowie die Sanktionen und Abhilfemaßnahmen bei Verstößen beschreiben. Diese Sanktionen und Abhilfemaßnahmen umfassen:

  • Beendigung des Herstellerrahmenvertrages – bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstößen
  • Aufforderung zur Produktionseinstellung – in lebensbedrohlichen Situationen oder wenn der Herstellungsprozess signifikante negative Umweltauswirkungen haben könnte
  • Untersuchung durch unabhängige Organisationen – wenn fortwährende oder wiederholte Verstöße gegen die „Workplace Standards“ oder die jeweiligen lokalen gesetzlichen Vorschriften eine Angelegenheit des öffentlichen Interesses geworden sind
  • Schriftliche Verwarnungen – bei fortlaufenden oder ernsthaften Verstößen
  • Überprüfung der Auftragsvergabe
  • Beauftragung spezieller Projekte – zur Behebung spezifischer Probleme in Bezug auf die Standardeinhaltung.

Zwei Arten von Verstößen gegen die Standards

Verstöße gegen die Arbeitsplatzstandards sind kategorisiert in sogenannte „Zero Tolerance“ („Nulltoleranz“) Verletzungen und sogenannte „Threshold Issues“ („Grenzfälle“). Unter die erste Kategorie fallen Gefangenenarbeit, ernsthafte, lebensbedrohliche Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen sowie wiederholter oder systematischer Missbrauch. Jede Aufdeckung bzw. Meldung eines Nulltoleranz-Verstoßes löst eine sofortige und dringende Kontaktaufnahme mit einem Zulieferer aus. Bestätigt sich der Verstoß, verlangen die Richtlinien zur Durchsetzung der Standards den Ausschluss des Zulieferers aus der Beschaffungskette des adidas Konzerns.

Zur zweiten Kategorie, den Grenzfällen hinsichtlich der Standardeinhaltung, zählen schwerwiegende Verstöße in den Bereichen Beschäftigung, Gesundheit, Arbeitssicherheit oder Umwelt sowie eine jedwede Kombination dieser Probleme. Unsere Richtlinien sehen in solchen Fällen den Ausschluss eines potenziellen neuen Herstellers von der Produktion oder Sanktionsmaßnahmen für bestehende Zulieferer vor.

Verwarnungssystem

Wir legen großen Wert auf partnerschaftliche Zusammenarbeit. Wenn Zulieferer Schwierigkeiten mit der Einhaltung unserer „Workplace Standards“ haben, bemühen wir uns gemeinsam mit ihnen um eine Lösung. Bei anhaltenden oder schwerwiegenden Verstößen oder wenn das Management keine ausreichenden Anstrengungen zur Beseitigung des Problems unternimmt, ziehen wir jedoch in Betracht, den betreffenden Zulieferer schriftlich zu verwarnen.

Nach dreimaliger Verwarnung für ein wiederholt festgestelltes Problem wird üblicherweise eine sofortige Beendigung des Geschäftsverhältnisses angestrebt. In sehr schwerwiegenden Fällen oder in Situationen, denen wir keinerlei Toleranz einräumen („Nulltoleranz“), wird nur ein einziges Schreiben mit der Aufforderung zur Produktionseinstellung an die betroffenen Zulieferer verschickt, in dem wir diese darüber informieren, dass das Sozial- und Umweltteam die Beendigung des Geschäftsverhältnisses nahegelegt hat. Unsere Beschaffungs- und Rechtsabteilungen sowie die zuständige Geschäftseinheit setzen den betreffenden Zulieferer daraufhin förmlich von der Beendigung des Geschäftsverhältnisses in Kenntnis.

Im Jahr 2010 waren Verwarnungsbriefe an unsere Zulieferer das häufigste Mittel zur Durchsetzung der Standards. Es wurden jedoch keine Aufforderungen zur Produktionseinstellung ausgesprochen.

In Mittelamerika wurden externe Prüfer mit der Untersuchung illegaler Entlassungen, unzureichender Lohnzahlungen und von Verstöße gegen die Koalitionsfreiheit beauftragt. In mindestens einem Fall wurden diese Untersuchungen in einem Betrieb durchgeführt, zu dem wir keine Geschäftsbeziehung mehr unterhielten. Daher wären schriftliche Verwarnungen keine effektive Maßnahme gewesen. Die Untersuchungen sorgten für Transparenz und bestätigten, dass die erforderlichen Maßnahmen zur Behebung der Missstände durchgeführt wurden.

Tabellen, aus denen die Anzahl der schriftlichen Verwarnungen, Vertragskündigungen und Ablehnungen hervorgeht, finden Sie im Kapitel Leistungen.

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Leistung zählt, und wir möchten dem Leser mit unserer Berichterstattung unsere Leistung erläutern.

Daher ist bei dem diesjährigen Bericht auf jeder Seite erkennbar, welche Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) wir adressieren und inwieweit wir den GRI-Index erfüllen.