Beschaffung und Fertigung

Prüfung von Zulieferern

Unser Umweltbewertungsinstrument

Ende 2009 hat das Sozial- und Umweltteam die Entwicklung unseres ersten Umweltbewertungsinstruments für Zulieferbetriebe und einer Ergänzungsrichtlinie zur Behebung von Verstößen abgeschlossen.

Das Instrument besteht aus mehreren Fragen zu folgenden Gesichtspunkten:

  • Nachhaltiger Einsatz von Ressourcen (darunter Energie, Wasser und Materialien)
  • Emissionen (Luft, Lärm, Abfall, Abwasser, Boden und Grundwasser)
  • Gefahrstoffe (einschließlich gefährlicher/ungefährlicher Chemikalien und Produkte)
  • Fragen aus dem Bereich Gesundheit und Sicherheit.

Das Instrument wurde entwickelt, um einen allgemeinen Überblick über die Umweltbedingungen in einem beliebigen Produktionsbetrieb zu erhalten und gleichzeitig spezielle Aspekte herauszustellen, die eine weitere Überprüfung oder Nachverfolgung erfordern. Die Richtlinie zur Behebung von Verstößen ist ein Dokument, das den gesamten Bewertungsprozess unterstützen soll. Sie legt unsere Erwartungen fest und umfasst Abhilfemaßnahmen für häufig auftretende Umweltprobleme in den Betrieben.

„Wir haben eine Überprüfung der Vergleichbarkeit und Kompatibilität unseres Instruments mit ähnlichen derzeit entwickelten oder getesteten Instrumenten anderer Organisationen (wie beispielsweise das Umweltmodul des Global Social Compliance Programms und der Öko-Index der Outdoor Industry Association/European Outdoor Group) durchgeführt“, erläutert Lyn Ip, Regional Manager HSE in Asia Pacific. „Dabei haben wir festgestellt, dass unser Bewertungsinstrument trotz zahlreicher Gemeinsamkeiten außerdem die Analyse branchenspezifischer Gesichtspunkte ermöglicht“.

Zusammenfassung der Audit-Ergebnisse

Im Jahr 2010 wurde das Instrument bei der Bewertung von 97 Zulieferbetrieben im asiatisch-pazifischen Raum eingesetzt.

Produkttyp Anzahl
erste Audits
Anzahl Verifizierungsaudits Gesamtzahl
Audits
Schuhhersteller 24 - 24
Hersteller von Ausrüstung und Zubehör 10 5 15
Bekleidungshersteller 32 11 43
Rohstofflieferanten 31 - 31
„Better Place“-Verifizierung von Maßnahmenplänen - 5 5
Audits gesamt 97 21 118

Die Ergebnisse der durchgeführten Audits haben unsere Annahmen zur Umweltleistung der Kernbereiche unserer Beschaffungskette – nämlich Schuhe, Bekleidung sowie Ausrüstung und Zubehör – bestätigt. Im Allgemeinen haben wir festgestellt, dass die Bekleidungsfabriken geringe Umweltrisiken aufweisen. Dies deckt sich aufgrund der weniger chemikalien- oder wasserintensiven Fertigungsprozesse mit unseren Erwartungen. Die größten Umweltprobleme beziehen sich mehrheitlich auf Energie (z. B. Schneide- und Nähvorgänge benötigen einen hohen Geräteeinsatz) sowie auf Abfallmanagement (aufgrund des hohen Volumens der eingesetzten Fasern und Textilien). Die Audit-Ergebnisse haben zudem bestätigt, dass Chemikalienmanagement und das Thema Energie bei den Schuhherstellern sowie den Zulieferbetrieben für Ausrüstung und Zubehör eine weitaus größere Rolle spielen. Dadurch bekommt die Arbeit, die wir im Bereich Chemikalienmanagement in den Betrieben leisten, eine zusätzliche Wertigkeit.

Überprüfung anderer Zulieferer

Im Jahr 2010 haben wir die Zulieferer unserer wichtigsten Produktkategorien analysiert. Allerdings können auch andere Produktionsprozesse innerhalb unserer Beschaffungskette ein höheres (oder niedrigeres) Risiko als die bereits geprüften aufweisen. Daher haben wir eine Methodik entwickelt, um potenzielle und bestehende Zulieferer einer Prüfung zur Ermittlung ihres Risikoniveaus zu unterziehen und festzustellen, ob eine ausführliche Bewertung der Umweltauswirkungen erforderlich ist.

Mit diesem Verfahren möchten wir ermitteln, ob die Art der Produktionsprozesse in der Fertigung bzw. die allgemeinen Standortbedingungen potenzielle Umweltrisiken in sich bergen oder negative Auswirkungen auf die Ressourcen haben können und daher eine ausführlichere Überprüfung und Berichterstattung erfordern. Das Verfahren wird angewendet bei Zulieferern, von denen der adidas Konzern Produkte direkt bezieht, sowie bei ausgewählten Materiallieferanten.

Ökologische Leistungsindikatoren

Im Zuge der Einführung der ökologischen Beschaffungsstrategie benötigten wir ein Instrument zur systematischen Bewertung und Klassifizierung unserer Zulieferer. Aus diesem Grund haben wir einen ökologischen Leistungsindikator entwickelt.

Dieser besteht aus drei zentralen Messgrößen: Managementsysteme, Risikobewertung und Leistung, die allesamt wichtige Aspekte unserer ökologischen Beschaffungsstrategie sind. Dabei wird jeder Bereich bewertet und gewichtet, so dass sich am Ende ein Gesamtwert aus 100 möglichen Punkten ergibt.

Alle Produktionsstätten müssen sich einer ersten Bewertung unterziehen. Dabei wird ermittelt, ob sie als Betriebe mit hohem, mittlerem oder geringem Risiko eingestuft werden. Herstellungsbetriebe mit hohem Risiko werden einer Umweltbewertung unterzogen, bei der der Prüfer auch den ökologischen Leistungsindikator erfasst. Sofern nicht anderweitig erforderlich, werden die ökologischen Leistungsindikatoren bei den Betrieben mit mittlerem und geringem Risiko nicht vor Ort, sondern nur anhand der entsprechenden Daten ermittelt und durch die Ergebnisse der Audits, die zur Bewertung der Arbeitsbedingungen vom Sozial- und Umweltteam durchgeführt werden, ergänzt. Ähnlich dem Leistungsindikator zur Einhaltung sozialer Standards wird das Ergebnis des ökologischen Leistungsindikators der einzelnen Produktionsbetriebe jährlich überprüft und an die Beschaffungsabteilung weitergeleitet. Dort fließen die Ergebnisse in die Gesamtbewertung des Zulieferers mit ein.

Die Pilotphase des Prozesses zur Ermittlung ökologischer Leistungsindikatoren begann Ende 2010 und wird im ersten Quartal 2011 abgeschlossen sein. Die vollständige Umsetzung ist bis Mitte 2011 geplant.

Erfahren Sie mehr über die Maßnahmen zur Leistungsverbesserung eines Zulieferers.

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Daher ist bei dem diesjährigen Bericht auf jeder Seite erkennbar, welche Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) wir adressieren und inwieweit wir den GRI-Index erfüllen.