Produktentwicklung

Entwicklung

Die Materialentwicklungsteams des adidas Konzerns widmen sich der Forschung und Entwicklung neuer Materialien, die die Anforderungen verschiedener Kategorien wie z. B. Running und Tennis erfüllen. Zu den Anforderungen gehören auch die ökologischen Eigenschaften der Materialien.

„Wenn wir ein Material für eine bestimmte Leistungsanforderung entwickeln, sollten wir dies immer vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit tun, um die ökologischen Kriterien gleich zu berücksichtigen“, meint Joan Anderson, Head of Footwear Material Development der Marke adidas.

Wir greifen dabei auf eine „Material-Toolbox“ zurück, die der Konsolidierung dient und verschiedene Richtlinien zur Einstufung der Materialien anhand von Nachhaltigkeitskriterien umfasst.

Material-Toolbox

Sowohl im Schuh- als auch im Bekleidungsbereich wird mit Material-Toolboxen gearbeitet. Eine Material-Toolbox enthält eine Vorauswahl verschiedener genehmigter Grundmaterialien und Farben. „Allein durch die Auswahl eines Materials aus der Toolbox trägt ein Produktteam zur Abfallreduzierung bei“, sagt Joan Anderson. „Die Auswahlmöglichkeiten in der Toolbox sind volumenbasiert. Dies führt zu einer effizienteren Produktion, weniger Wasser- und Stromverbrauch, weniger Verschnitt und so weiter.“

Wir bemühen uns ständig, die Gesamtzahl an Materialien und Farben in den Toolboxen zu reduzieren. Derzeit konsolidieren die Design Teams die Farben. Dies ist bereits der nächste Schritt hin zu weniger Komplexität, da dadurch die Anzahl der Farben pro Material reduziert wird.

„Mithilfe der Toolbox können wir die verschiedenen Stofftypen (Gewicht, Aufbau und Wirkart) reduzieren, was wiederum unsere Umweltauswirkungen senkt“, meint Christine Volkholz, Head of Apparel Material Development & Innovation der Marke adidas.

Materialrichtlinien

Neben der Material-Toolbox verfügen wir über Materialrichtlinien. Diese enthalten wichtige Informationen zu den einzelnen Materialarten und zu den Möglichkeiten, diese nachhaltiger zu gestalten. Sie geben zudem an, wo das Material in der Bewertungsskala zur Nachhaltigkeit einzuordnen ist, die adidas für seine Produkte anwendet.

„Die Materialrichtlinien sind eine stetig wachsende Informationsdatenbank“, so Heini Lang, Senior Manager im Footwear Material Development Team von Joan Anderson. „Die Richtlinien werden ständig erweitert, da in jeder Saison neue Materialien hinzukommen. Falls vorhanden, erhalten wir Daten von den Zulieferern. Idealerweise sind dies Informationen zur sogenannten „Lebenszyklus-Analyse“ der Materialien, wie sie uns z. B. für recycelten Polyester vorliegen. Jedoch müssen wir die aktuellen Forschungsergebnisse für die Einstufung der Materialien auch regelmäßig selbst überprüfen. Es kann vorkommen, dass wir ein bestehendes Material neu einstufen, wenn wir auf eine bessere Alternative stoßen.“

Herausforderungen in Angriff nehmen

„Der Kostenfaktor ist die größte Herausforderung. In vielen Fällen sind nachhaltigere Alternativen auch mit höheren Kosten verbunden“, so Heini Lang. „Das kann daran liegen, dass die Materialien nur begrenzt verfügbar sind. Oder daran, dass es sich um ein neues Material handelt, das noch nicht für eine breite Produktpalette eingesetzt werden kann“, erläutert Joan Anderson.

Das trifft z. B. zweifelsohne auf Bio-Baumwolle zu. Der adidas Konzern ist Mitbegründer der Better Cotton Initiative (BCI), deren Ziel es ist, die Umweltauswirkungen der herkömmlichen Baumwollproduktion zu verbessern und diese auf dem konventionellen Markt anzubieten. Die erste Ernte dieser sogenannten „Better Cotton“ (bessere Baumwolle) fand erst im Oktober 2010 statt. Demnach ist das Angebot noch stark begrenzt. Zudem hat sich der adidas Konzern verpflichtet, bis zum Jahr 2018 zu 100% auf „Better Cotton“-Baumwolle umzusteigen. „Der Markt ist äußerst unbeständig. Daher sind wir überzeugt, dass wir durch den Aufbau enger Beziehungen mit den Baumwollanbauern und Spinnereien unsere eigene Versorgungssicherheit gewährleisten und die Partnerschaft mit unseren direkten Stoffzulieferern weiter vertiefen können“, sagt Philipp Meister vom Apparel Materials Development Team. „Unsere Verpflichtung zu Nachhaltigkeit führt uns immer tiefer in unsere Beschaffungskette hinein.“

Erfolge in diesem Jahr

Um einige der Herausforderungen in Bezug auf Kosten und Lieferung in Angriff zu nehmen, hat das Apparel Development Team gemeinsam mit den Zulieferern saisonale Richtlinien für nachhaltige Materialien erarbeitet. Darin wird festgelegt, welche Zuschläge die Zulieferer für Bio-Baumwolle oder recyceltes Polyester verlangen können. Dadurch können die Produktteams ihre Margen genauer und frühzeitiger im Prozess kalkulieren und entscheiden sich daher häufiger für die nachhaltigere Option.

Das Team für Schuhe hat große Fortschritte in Bezug auf das Recycling von Produktionsabfall gemacht. Durch die Zusammenarbeit mit Firmen, die eingespritzte Kunststoffplatten für Fußballschuhe herstellen, können mittlerweile 99% der Abfälle wieder in die Produktion zurückgeführt werden. Darüber hinaus wurde der Anteil an Gummi und EVA erhöht, der aufgearbeitet und für Schuhe wiederverwertet werden kann.

Blick in die Zukunft

Bereits vor mehr als zehn Jahren hat der adidas Konzern erstmals eine Gefahrstoffliste erarbeitet und kurz danach die Verwendung von PVC in herkömmlichen Anwendungen eingestellt. Mittlerweile werden die Materialrichtlinien zweimal jährlich für jede neue Saison aktualisiert. Die Dinge haben sich in dieser Zeit also erheblich weiterentwickelt. Joan Anderson ist überzeugt davon, dass eine noch engere Zusammenarbeit mit anderen Markenunternehmen und Zulieferern der Schlüssel für eine noch erfolgreichere Zukunft ist. „Das Thema Umweltschutz ist kein Wettbewerbsfaktor zwischen den Markenunternehmen. Es ist ein grundlegendes und entscheidendes Prinzip, das die Konsumenten in der heutigen Zeit als selbstverständlich voraussetzen. Daher sollten alle Markenunternehmen idealerweise enger zusammenarbeiten. Je einheitlicher und deutlicher die Botschaft der Markenunternehmen an ihre Zulieferer ist, desto einfacher ist es für sie, ihre Systeme abfallfrei zu gestalten.“

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Daher ist bei dem diesjährigen Bericht auf jeder Seite erkennbar, welche Indikatoren der Global Reporting Initiative (GRI) wir adressieren und inwieweit wir den GRI-Index erfüllen.